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Naturalisierung durch PV-Anlagen

Vorteile und Synergieeffekte

In stark zersiedelten und intensiv genutzten Gebieten, bieten PV-Freiflächenanlagen (PV-FFAs) viele Vorteile und können zudem durch Synergieeffekte den Naturschutz auf der Nutzfläche fördern und so die Naturalisierung auf der Fläche bewirken. Einige dieser Vorteile werden im Folgenden kurz erläutert.

  • Neue Lebensräume
  • Gewässerschutz
  • Verbesserung der Biodiversität
  • Ökologische Aufwertung

Hierbei bleibt jedoch zu beachten, dass ein Konzept zur Entsiegelung, Extensivierung, gezielter Anpflanzung und Förderung der Strukturvielfalt wichtig ist, um bodenbrütende Vogelarten und andere gefährdete Tiere zu schützen. Der NABU hat hierzu ein Richtlinien Papier veröffentlicht, welches Kriterien für naturverträgliche Photovoltaik-Freiflächenanlagen genauer betrachtet, erläutert und bewertet (https://www.solarwirtschaft.de/wp-content/uploads/2021/04/210428_NABU-BSW-Papier-1.pdf).

Neue Lebensräume

Wird durch die PV-FFA eine Verbuschung gestoppt, können sich Lebensräume für bodenbrütende Vögel bilden und Offenlandhabitate für Flora und Fauna erhalten werden. Oftmals lassen sich dann Vögel wie die Feldlerche, Heidelerche, Brachpieper, Bachstelze und Steinschmätzer auf den Flächen beobachten. Neben Lebensräumen für Vögel entstehen weitere für z.B. die Zauneidechse, Kreuzkröte und diverse Insekten. Untersuchungen zeigten, dass vor allem Randbereiche von Solarparks z.B. als Sitzwarten für einzelne Arten einen wertvollen Lebensraum darstellen.

Gewässerschutz

Ferner tragen PV-FFAs indirekt zum Gewässerschutz bei, da ein schädlicher Nährstoffeintrag durch Düngemittel verhindert wird. Es ist daher sinnvoll, stark vorbelastete Flächen zu nutzen. Besonders geeignet sind hierfür Flächen im Zusammenhang mit z.B. Verkehrsstraßen, Halden, Konversionsflächen mit hohem Versiegelungs- oder Kontaminationsgrad und sonstige brachliegende, ehemals genutzte Flächen, aber auch landwirtschaftlich intensiv genutzte Gebiete. Vor allem in ehemaligen Militär- oder Industriegeländen tragen PV-FFAs zu einer signifikanten Verbesserung bei. Der Boden wird durch diese regeneriert und Grundwasserverunreinigungen werden vermieden.

Verbesserung der Biodiversität

Eine PV-FFA bietet viele Potenziale zur Steigerung der Biodiversität und kann zu einer verbesserten Naturverträglichkeit führen. Die energetisch genutzte Fläche erschafft somit nicht nur einen optimalen Ort für unterschiedliche, teils bedrohte Tier- und Pflanzenarten, sondern bietet Flora und Fauna darüber hinaus auch die Möglichkeit, sich von vorheriger Abnutzung zu erholen. Ein verstärkter Ausbau von PV-FFA kommt somit der Natur und dem Artenschutz zugute, für die der Klimawandel eine erhebliche Bedrohung darstellt.

Naturverträgliche Kriterien

Das Einhalten naturverträglicher Kriterien bei dem Bau von PV-FFA ermöglicht eine ökologische Aufwertung dieser Flächen.

  • Ein ca. 3 m breiter Grünstreifen mit Heckenbewuchs aus einheimischen Arten als Biotop und Sichtschutz kann außerhalb der Anlage angelegt werden.
  • Neben Hecken können dies auch Steinhaufen, Rohbodenstellen, Totholz oder im Einzelfall auch Kleingewässer sein.
  • Einhalten von Querungsmöglichkeiten für Großsäuger. Korridore sollten nicht direkt an Straße oder Schienenweg enden.
  • Einzäunung der Anlage sollte keine Barriere für Kleinsäuger und Amphibien darstellen. Auf Stacheldraht muss verzichtet werden.
  • Es können Pflanzungen und Aussaaten mit zertifiziertem Pflanzengut einheimischer Kräuter, Stauden, Sträucher und Bäume erfolgen.
Naturalisierung durch PV-Anlagen

Insbesondere nach intensiver, konventioneller landwirtschaftlichen Nutzung können PV-FFA zu einer entscheidenden Verbesserung der Biodiversität beitragen. Eine kontinuierliche Pflege des Grünlandes zwischen den Modulreihen, kann zusätzlich neue Lebensräume schaffen.

Quellen: UM Baden Württemberg, Solarwirtschaft, Nabu

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