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Insekten und Solaranlagen

Nutztiere

Von den 124 Nutzpflanzen, die für den Menschen weltweit am wichtigsten sind, sind 70% darauf angewiesen, von Insekten bestäubt zu werden[1]. Ohne Insektenbestäubung durch Bienen, Fliegen, Schmetterlinge, Motten und Co bleiben die Blüten an einigen Obst- und Gemüsepflanzen aus. Das deutet daraufhin, welche Bedeutung den Insekten für die Ernährung der Menschen zukommt. Insekten tragen allerdings nicht nur zur Ernährung der Menschen bei, sondern bilden gleichzeitig eine Nahrungsquelle für andere Lebewesen wie Vögel, Fledermäuse, Reptilien und Amphibien.

Insektensterben

Zahlreiche Insektenarten sind vom Aussterben bedroht. In den letzten 30 Jahren ist die Insektenpopulationen um rund 80% zurückgegangen. Weniger Insekten haben zwangsläufig negative Rückwirkungen auf die Lebensmittelproduktion. Darüber hinaus sind davon auch die Lebewesen betroffen, die sich von Insekten ernähren.

Die Gründe für das Aussterben sind sowohl die gestiegenen Abgase aus Industrie und Verkehr als auch die zunehmende Versiegelung von Flächen und die Verwendung von Pestiziden. Durch das Verschwinden von Blühpflanzen wird den Insekten ihre Nahrungsgrundlage genommen. Monokulturen (z.B. durch den großräumigen Anbau von Energiepflanzen) treten vermehrt auf und somit fehlt vielen Insekten ein ganzjähriges Nahrungsangebot.

Welche Auswirkung hat der Bau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen auf Insekten?

Die Errichtung von Solarparks findet vornehmlich auf Flächen statt, die vorher intensiv genutzt wurden. Hierzu zählen sogenannte Konversionsflächen wie ehemalige Militär- und Industrieflächen sowie Ackerland. Diese Flächen können durch den Bau von Solarparks ökologisch aufgewertet werden, wie eine aktuelle Studie des bne[2] zeigt (s. Naturalisierung).

Bei dem Bau einer Solaranlage werden weniger als 1% der Fläche versiegelt, da die Module aufgeständert werden und so nur das Gerüst im Boden verankert wird. Unter den Solarmodulen entsteht naturbelassenes Grünland, das als Schutzraum für Insekten dient. Außerdem können sich die Flächen von einer intensiven Vornutzung erholen. Somit können sich wieder blüten- und nektarreiche Pflanzen ansiedeln, die eine Nahrungsgrundlage für viele Insekten bieten. Auch die maschinelle Bodenbearbeitung entfällt, was sich positiv auf die Humusbildung und den Wasserhaushalt der Böden auswirkt. Somit können wir eine Steigerung der Biodiversität innerhalb von Solarparks feststellen.

Gezielt gefördert werden kann die Artenvielfalt außerdem durch das Aussäen heimischer Wild- und Kulturpflanzen, die ein ganzjähriges Nahrungsangebot für zahlreiche Insekten bieten. Die Aufstellung sogenannter „Insektenhotels“ bietet ebenfalls Anreize zur Ansiedlung verschiedener Arten.

Bienen

Vor allem für Bienen bieten Freiflächen-Photovoltaikanlagen einen idealen Lebensraum. Die Zunahme von heimischen Blühpflanzen stellt Bestäuberressourcen dort bereit, wo sie benötigt werden. Besonders für die vom Aussterben bedrohten Wildbienen findet sich hier ganzjährig ein breites Futterangebot.

Solarparks können sogar als Standorte für Bienenstöcke genutzt werden. Da auf die Ausbringung von Pestiziden und Pflanzenschutzmittel verzichtet wird, können Imker hier hochwertigen Honig herstellen. Durch die Einfriedung des Geländes sind die Bienenstöcke zudem vor Diebstahl und Vandalismus geschützt.

Auch aus wirtschaftlicher Sicht ist das Ansiedeln von Bienen äußerst interessant, da Bienen auch umliegende Flächen anfliegen und dort für Bestäubung von Obstbäumen und anderen Nutzpflanzen sorgen.

Fazit

Freiflächen-Solaranlagen können nicht nur durch umweltfreundliche Stromerzeugung zum Klima beitragen, sondern darüber hinaus die ökologische Vielfalt gezielt fördern. Durch die Erholung der Flächen wird die Biodiversität erhöht. Insekten finden mehr Nahrung, vermehren sich und erhöhen somit auch den Bestand an Kleinsäugern und Vögeln, die sich von Insekten ernähren.


[1] http://www.umweltinstitut.org/themen/landwirtschaft/artensterben/das-grosse-insektensterben/bienen-das-wichtigste-nutztier.html

[2] https://www.bne-online.de/de/news/detail/pressemitteilung-studie-photovoltaik-biodiversitaet/

Bildquelle: Andres Siimon, unsplash

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